„... und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“
Posaunenchorprojekt im Gedenken an den 100. Geburtstag von Dietrich Bonhoeffer
Ein besonderer Reformationsgottesdienst am Dienstag, 31. Okt. 2006 in der Versöhnungskirche in Köln-Rath-Heumar
Walter Schütz und Klaus Rohmann hatten zu diesem Projekt Bläserinnen und Bläser aus dem Bezirk eingeladen. Drei Proben gingen voraus. Es leitete uns Matthias Schnabel, Bundesposaunenwart im CVJM-Westbund.
Von Pfarrer Gerhard Wenzel wurden wir auf beeindruckende Weise an das Leben und die Person Dietrich Bonhoeffers herangeführt. Bonhoeffer wurde am 4. Februar 1906 in Breslau als Sohn eines Professors für Psychiatrie geboren. Er starb am 9. April 1945 (39 Jahre) im KZ Flossenbürg durch die Nazis. Er wurde mit Wilhelm Canaris (Chef der Abwehr) und anderen gehängt.
Bonhoeffers Ablehnung des „Antichristen“ Hitler konnte damals nicht verborgen bleiben. 1940 erhielt er Rede- und Schreibverbot, war aber weiter kirchlich tätig und schloss sich der Widerstandsbewegung gegen den Nationalsozialismus an.
1943 wurde er verhaftet. Im Militärgefängnis Tegel setzte er seine bekennenden Schriften mit Aufzeichnungen und Briefen fort. Angesichts des Todes vermochte er dennoch manche tröstlichen Briefe an seine Familie und an seine Freunde schreiben. 1944 schrieb er (EG 65, 7): „Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“ Wir musizierten dieses Lied mit der Gemeinde mit den Sätzen von Andreas Muntschick, Otto Abel und Friedemann Schaber.
Auch bliesen wir: „Aus tiefer Not schrei ich zu dir“ (Melodie von Martin Luther 1524) mit dem Satz von Felix Mendelssohn Bartholdy, „Was Gott tut, das ist wohlgetan“ mit den Sätzen von Friedemann Schaber, Georg Böhm und Johann Sebastian Bach.
Den Reformationsabend begannen wir traditionsgemäß mit „Ein feste Burg ist unser Gott“ (Text und Melodie Martin Luther 1529) mit den Sätzen von Michael Altenburg, Frieda Fronmüller, Johannes Kuhlo und Jan Bender.
Wir schlossen den Abend mit „Verleih uns Frieden gnädiglich“ mit dem Satz von Michael Praetorius.
Für mich gab es eine deutliche Verbindung von Martin Luther zu Dietrich Bonhoeffer: hier der „Ketzer“, der sich gegen die gewaltige Kirche stellte, dort der „Hochverräter“, der sich gegen das Nazi-System wandte. Beide wollten uns sagen: „Gott ist bei uns am Abend und am Morgen!“ Als wenn sie unsere Jahreslosung gekannt hätten: „Gott spricht: Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht.“
Cornelius Schmitz
Bläser im Posaunenchor des CVJM-Mülheim
Leitung Walter Schütz
Fotos vom Einsatz des Posaunenchors in der CVJM Jugendbildungsstätte Köttingen
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